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| Haie - Kapital der Malediven |
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Hitliste der Maledivenhaie: Bis heute sind 26 Haiarten von den Malediven wissenschaftlich identifiziert. Drei Arten von Dornhaien aus der Tiefe des Indischen Ozeans werden dort zwar häufig gefangen, sind aber noch nicht genau bestimmt. Durch die Gebisse wissen die Wissenschaftler noch von 4 weiteren Haiarten um die Malediven, doch ein notwendiger Körper der Tiere zum Nachweis wurde den Experten noch nicht vorgelegt. Man kann also durchaus von 33 nachgewiesenen Haiarten sprechen. Die maledivischen Fischer zählen darüberhinaus noch den Bogenmund-Gitarrenrochen (Rhina ancylostoma) und den Großen Gitarrenrochen (Rhynchobatus djiddensis) zu den Haien(!), obwohl sie zur Rochen-Unterordnung Rhinobatoidei (Geigenrochen) zählen. Die 5 Haiarten, die jeder Taucher - je nach Jahreszeit fast garantiert - um die Malediven beobachten kann, werden hier in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit vorgestellt: Grauer Riffhai, Carcharhinus amblyrhynchos, Maled. Name: Thila miyaru. Dieser kräftige, imposante Hai von max 1,8 m Länge kommt oft in Gruppen vor, meist am Beginn von Kanälen. Eine Begegnung mit 10 oder mehr Tieren ist für die meisten Taucher DAS Maledivenerlebnis. Normalerweise ist diese Art recht scheu, aber einige Tauchlehrer haben sie - zumindest in der Vergangenheit - angefüttert, so daß sich Menschen ihnen nähern konnten. Es sind die Weibchen, die heranschwimmen, während Männchen und Jugendliche in tieferen Bereichen leben. Die besten Tauchplätze für Graue Riffhaie sind der Fishhead (Mushimasmingili Thila) im Ari-Atoll und der Lion's Head im Nordmale-Atoll, weil sie dort ganzjährig zu sehen sind. Beim Miyaru Kandu, Guraidhoo und Embudu-Channel sieht man sie nur während des Nordost-Monsuns (Nov.-April), während sie um Kuda Boli und Rasfari im Südwest-Monsun auftreten. Graue Riffhaie sind ein bevorzugtes Fangziel maledivischer Fischer, die sie mit Stellnetzen, Bodenlangleinen und Handleinen fangen. Mit den Monsunen wechseln auch die Strömungen. Graue Riffhaie stehen dann an den Kanalmündungen, die der jeweiligen Strömung ausgesetzt sind. Zwischen März und Mai verschwinden auch die Weibchen, um ihre Jungen zu gebären. Von einem im August im Ari-Atoll gefangenen weiblichen Grauen Riffhai von 144 cm Länge weiß man, daß es zwei Embryonen von 48 cm Länge trug. Weisspitzen-Riffhai, Triaenodon obesus, Maled. Name: Faana miyaru Weit weniger eindrucksvoll ist diese Art im Vergleich zum Grauen Riffhai, obwohl sie mit 2,1 m Länge noch größer wird. Weil kaum scheu vor Tauchern, ist der Weißspitzen-Riffhai ein 'Garantiehai' auf den Malediven. Das gilt für das ganze Jahr, also auch zu beiden Monsunzeiten. Oft findet man diese Haiart tagsüber in Höhlen oder unter Schirmkorallen ruhend vor, nicht selten sogar auf freiem Sand. Da das auch in relativ flachen Gewässern vorkommt, können sogar Schnorchler diesen Riffhai beobachten. Die nachtaktive Art jagt in Gruppen und frißt Papageifische, Meerbarben und Drückerfische. Sie ist ortstreu und kehrt zu ihrem Ruheplatz zurück. Die maledivischen Fischer fangen den Weißspitzen-Riffhai mit Stellnetzen (siehe Foto auf vorheriger Seite) und nachts mit Handleinen. Gewöhnlicher Ammenhai, Nebrius ferrugineus, Maled. Name: Nidhan miyaru. Der einheimische Name dieses Hais bedeutet 'Schlafender Hai' . Genau das tut dieser nachtaktive Hai tagsüber in riffgebundenen Höhlen und kann deshalb weitaus öfter als der ähnlich lebende Leopardenhai (Stegostoma fasciatum) von Tauchern gesehen werden. Der einzelgängerische Bodenbewohner wird bis zu 3,2 m lang und ist auf Kraken und andere Tintenfische als Nahrung spezialisiert. Mit seinen Barteln tastet er im Korallendickicht und in Felsspalten auch nach Krebsen und kleinen Fischen. Das Maul nutzt er dann zum Einsaugen der Beute. Die Fischer fangen den Ammenhai während seiner nachtaktiven Phase mit Stellnetzen und Handleinen. Bei einem weiblichen Tier wurden 8 Embryonen gezählt. Früher verkauften die Fischer die lebenden Tiere auch an die Touristenresorts, wo sie in sogenannten 'Sharkpools' den Touristen vorgeführt wurden. Silberspitzenhai, Carcharhinus albimarginatus. Maled. Name: Kattafulhi miyaru. Diese Art ist um die Malediven weitverbreitet und regelmäßig zu sehen. Der einheimische Name bezieht sich auf die deutlichen weißen Ränder an den Flossen. Der Silberspitzenhai schwimmt wesentlich majestätischer als der oft hektische Graue Riffhai, was auch an seiner Körperlänge liegt, die 3 m erreichen kann. Allerdings sieht man große Silberspitzenhaie nur an Außenriffen, wo sie auch von Fischern in Längen bis zu 2,3 m gefangen werden. Jungtiere dieser Art wurden mit 75-125 cm Länge innerhalb der Maledivenatolle gefangen. Magenuntersuchungen ergaben, daß Silberspitzenhaie Knochenfische und Tintenfische fressen. Während diese Art im Roten Meer eher in tieferen Zonen gesehen wird, kommt sie um die Malediven auch im Flachwasserbereich von 10 m - aber nur als Einzelgänger - vor. Walhai, Rhincodon typus, Maled. Name: Fehurihi. Der größte lebende Fisch (bis 14 m) ist ein harmloser Planktonfresser. Der massive Fischkörper - um die Malediven sieht man eher 5-7 m lange Exemplare - ist an dem weißen Fleckenmuster auf dem Rücken der oft in geringer Tiefe schwimmenden Tiere gut als Walhai zu identifizieren. Das endständige Maul wird zum Nahrungsfiltern weit aufgerissen. Deutlich muß darauf hingewiesen werden, daß Walhaie hier nicht überall regelmäßig beobachtet werden können. Während des Nordostmonsuns fließt die Strömung von Ost nach West, während sie zum Südwestmonsun von West nach Ost fließt. Wenn diese Strömungen die Malediven passieren, gibt es erhebliche Wasserumwälzungen und Aufwirbeln von Sedimenten. Als Resultat kennt man Planktonblüten, von denen die Walhaie angelockt werden. Das eher im Norden, wo um die doppelten Atollketten das Wasser mehr durchmischt wird und wo der Monsunströmungswechsel heftiger ist als im Süden. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß Walhaie um die Malediven auch gefangen wurden, bis sie 1993 dort unter totalen Schutz gestellt wurden. Befragungen ergaben 30 Tiere früher pro Jahr, was bei der relativ seltenen Art auf Dauer zu viel war, wenn man mit Walhaien Touristen anlocken will. Fleisch und Flossen werden nicht genutzt, lediglich wegen 100-200 Litern Leberöls mußten sie sterben. 30 getötete Walhaie ergaben umgerechnet nur 4.000.- US$ Erlös! Seidenhai, Carcharhinus falciformis, Maled. Name: Ainumathi miyaru. Er lebt eher an den Außenriffen und wird dort von den Fischern in größerer Zahl gefangen. Bei einer Hai-Untersuchung waren von allen gefangenen Haien knapp 70% Seidenhaie. Während des Nordostmonsuns begegnete man jungen Seidenhaien bis 130 cm Länge, die oft oberflächennah unter Treibgut schwammen. Große Seidenhaie bis 260 cm Länge wurden im Südwestmonsun gefangen, weil sie auch oft mit großen Thunfischschwärmen zusammenwaren. Um die nördlichen Atolle wurden weitaus mehr Seidenhaie gefangen als im Süden. Der max 330 cm lang werdende Seidenhai ist einfarbig braungrau und hat keine weiß gefärbten Flossenspitzen oder -ränder. Als Taucher kann man ihn von anderen ähnlichen Haien daran unterscheiden, daß die erste Rückenflosse hinter den inneren Enden der Brustflossen beginnt. Bogenstirn-Hammerhai, Sphyrna lewini, Maled. Name: Kaaligandu miyaru. Dies ist der häufigste aller von Tauchern gesehenen Hammerhaie in Riffnähe und natürlich wegen seiner Kopfform von anderen Haien gut zu unterscheiden. Allerdings sieht man sie um die Malediven nur stellenweise, z.B. bei der kleinen Insel Madivaru im Rasdhoo-Atoll, wo man gelegentlich an einer steil abfallenden Riffwand den Bogenstirn-Hammerhai einzeln und in kleinen Gruppen bewundern kann. In tropischen Gewässern erreicht er seine Maximallänge von 350 cm nie, sondern wird - zumindest nach Messungen um die Malediven - nur 235 cm lang. Das war ein Weibchen mit 15 Embryonen. Wie die übrigen Arten dieser Familie sind sie lebendgebärend mit plazentaler Versorgung der Embryonen. Hammerhaie haben sich darauf spezialisiert, Rochen zu erbeuten. Man weiß dies aus Magenuntersuchungen, als man in einem Fall sogar 50 Rochenstachel fand (!). © H.D. Zurück zur Übersicht (Index Elasmoskop 2/96) |