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Steckbrief:
Chimaera monstrosa
Linnaeus, (1758) -
Seekatze, Seeratte
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Die Chimaere
Erwachsenes Männchen (oben) und Weibchen (unten) und Kopfunterseite nach d’ Ancona (1931), Eikapsel (Mitte) nach Ehrenbaum (1936)

Klasse: Chondrichthyes (Knorpelfische)

Unterklasse: Holocephali (Seedrachen)

Ordnung: Chimaeriformes (Seekatzen-Artige)

Familie: Chimaeridae (Kurznasen-Seekatzen)

Synonyme:
keine gängigen für Gattungs- und Artnamen.

Trivialnamen:
Rabbitfish (GB), Chimère commune (F), Quimera (E), Ratanaza (P), Chimera (I), Havmus (N), Geirnyt (IS)

FELDMERKMALE:
Alle Arten der Ordnung sind gestaltlich gegenüber Haien und Rochen unverwechselbar. Vom hohen Kopf und Rumpf wird der Körper schnell niedriger und läuft in langen Schwanz mit rattenschwanz-ähnlichem Schnurfortsatz aus. Nur 1 äußere Kiemenöffnung jederseits, überdeckt von einer deckelartigen Hautfalte. Haut nackt, nur vereinzelte Hautzähnchen auf der Rückenlinie und auf männlichen Halte- und Kopulationsorganen. Poren und offene Kanäle des Seitenliniensystems sehr groß. Große Nasenöffnungen direkt vor dem unterständigen Maul. Zähne grünlich grau, verschmolzen zu 2 massiven Kauplatten oben und 1 unten, jeweils vorne mit nagetierartiger Schneidekante.

Arten der Gattung Chimaera mit deutlicher Afterflosse, recht kurzer, stumpf konischer Schnauze; 1. Rückenflosse kurz, hoch dreieckig und einfaltbar mit einem langen, massiven Dorn als Vorderkante; 2. Rückenflosse ein niedriger, langgezogener Saum. Erwachsene Männchen mit hochklappbarem, keulenförmigem Klammerorgan auf Stirnmitte (Stirn-Tenaculum), dessen Unterseite mit Hautzähnchen besetzt ist; 2 gezähnte Knorpelplatten (Bauchflossen-Tenacula) sind jeweils aus einer Hauttasche der Bauchflossenunterseite herausschiebbar und dienen wie das Stirn-Tenaculum als Klammerorgane bei der Kopulation; die paarigen Begattungsorgane bestehen aus jeweils 2 Stäben, davon einer mit ballonartigem Hautsack an der Spitze, der Hautzähnchen trägt. Für übrige Gestaltsmerkmale von den großen Augen über die beweglichen, großen dreieckigen Brustflossen bis zur blattförmigen Schwanzflosse siehe Abb. Färbung grünlich/bläulich silbern bis bräunlich auf Rücken und Flanken, dunkler am Rücken, der Bauch gelblich weiß. Braune Flecken und Striche auf Kopf und Seiten zu irregulären Längsstreifen angeordnet, bisweilen als Netzmuster. Flossen rußig grau und meist schwarz gesäumt. Die großen Augen irrisieren in kräftigem Grün. Maximallänge, einschließlich des meist unvollständigen Schwanzfadens, maximal 120-150 cm für Weibchen, Männchen kleiner.

VERBREITUNG, LEBENSRAUM und -WEISE:
Außer den Nasenchimären (Callorhynchidae, 4 Arten) und einer nordostpazifischen Art von Kurznasen-Chimären der 2. Gattung Hydrolagus (H. colliei) sind die übrigen ca. 30 Arten der Seekatzen-Artigen Tiefwasserbewohner vom oberen Kontinentalabhang bis hinunter auf die Tiefsee-Ebenen in 2000-4000 m. Wie schon Körpergestalt und Gebiß verraten, sind sie relativ träge Fische, die kaum aktiv und behende nach Beute jagen. Überwiegend leben sie benthopelagisch, d.h. in Bodennähe, werden aber auch in tiefem Freiwasser der Ozeane über großer Bodentiefe angetroffen. Einige flacher vorkommenden Arten treten in großen Schulen auf, Tiefseearten leben eher in verstreuten kleinen Trupps. Die nordostatlantische Seeratte, C. monstrosa, ist eine häufige Art in großen Schulen von Nordmarokko, um Madeira und die Azoren nordwärts bis Süd- und Westisland und vom Hang der nördlichen Nordsee entlang Norwegen bis ins westliche Barentsmeer; innerhalb der sogn. ‘Tiefen Rinne’ auch um Südnorwegen bis in Skagerrak und nördliches Kattegat. Im westlichen Mittelmeer bis Griechenland ebenfalls häufig, im Ostteil nur Einzelmeldungen. Funde südlicher im Ostatlantik bis Südafrika erwiesen sich als andere Arten. Tiefenverbreitung 300-500 m, vereinzelt bis 1000 m. Im Süden lebt die Art tiefer als im Norden, wo sie sommers küstenwärts bis in 40-100 m Tiefe einwandern kann.

Verbreitung der Chimären
Verbreitung des Chimären

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© Deutsche Elasmobranchier Gesellschaft (D. E. G.) e. V., Hamburg 1999