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NAHRUNG und FRESSVERHALTEN:
Verhalten und Nahrungsaufnahme könnte man mit 'Weiden' vergleichen, besteht die Nahrung aller Arten
doch überwiegend aus bodenlebenden Wirbellosen. Fisch- oder Tintenfischreste in Mägen sprechen eher
für Aasfresserei. Mägen waren stets nur teilgefüllt mit einer Art Paste von den Kauplatten zermahlener
Nahrung mit hohem anorganisch- mineralischen Anteil. Das spricht dafür, daß Chimären weitgehend stetig
am Boden 'weiden' für dauernde Nahrungsaufnahme mit hohem unverwertbarem Substratanteil. Mit den
Schneidezahnkanten werden nicht nur harte Objekte wie nordische Steinkorallen abgebissen, sondern
auch beschalte Beute geknackt und zwischen den Kauplatten zerrieben.
FORTPFLANZUNG:
innere Befruchtung der Weibchen durch Kopulation. Alle Chimären legen hornschalige Eikapseln
am Boden ab, sind also ovipar. Die spindelförmige Gestalt der 16-18 cm langen und ca. 3 cm
breiten Kapseln (s. Abb.) entspricht der eigentümlichen Körperform der Seekatze; am spitzen Ende
ein 3-4 cm langer Spiralfaden zur Verankerung. Jungtiere schlüpfen mit ca. 11 cm Länge. Obwohl
Weibchen mit bis zu 100 Eiern pro Eierstock gefunden wurden, wandert wie bei Echten Rochen und
Katzenhaien jeweils nur 1 Ei in jeden Uterus, wird mit der Hornschale umschlossen und abgelegt.
Die Fruchtbarkeit liegt pro Saison bei wenigstens 100 Kapseln, deren Entwicklung im kalten
Tiefenwasser aber viele Monate dauert.
NUTZUNG und GEFÄHRDUNG:
Die FAO Weltfischereistatistik spezifiziert unter Holocephali nur die Familie der Nasenchimären und nur die
Art Callorinchus capensis vor Südafrika mit 262 t 1994 sowie allein die Gattung, Callorinchus spp., mit 4760 t
1994. Letztere sind Fänge bei Neuseeland von C. milii (bis 1992: 500-960 t), der große Rest wohl C. callorhynchus
im SW-Atlantik vor Argentinien. Das Fleisch ist fest und weiß und kommerziell zunehmend geschätzt. Auch
Tiefenarten werden durch Leinen- und Schleppnetzfänge verstärkt angelandet (s. Splitter Heft 1/96). Auch
das Leberöl von Chimären ist gesucht. Überfischungsgefahr für lokale Flachwasserbestände groß wegen
geringen Nachwuchses. Gezielte Fänge von C. monstrosa bisher nicht bekannt, aber als Beifang ist sie häufig
und geht meist ins Fischmehl.
ANMERKUNGEN:
Der Name Chimäre stammt aus der griechischen Mythologie für ein montröses, aus Löwe, Ziege
und Schlange zusammengesetztes Wesen. Tatsächlich wirken diese Knorpelfische äußerlich wie
aus mehreren Fischkörpern kombiniert. Trivialnamen beziehen sich auf die Nagerzähne, den
Rattenschwanz, die grünlich irrisierenden Katzenaugen und die asymmetrische Gestalt mit
übergroßem Kopf, flügelartigen Brustflossen und den drachenartig langen, dünnen Schwanz.
© M.St.
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