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Knorpelfisch-Weltnachzuchtstatistik 1995 / 1996, Seite 2

Hemiscylliidae:
Vertreter dieser Familie sind ohnehin in den Schauaquarien und Zoologischen Gärten weit verbreitet, daher werden auch von diesen oviparen (eierlegenden) Arten recht viele in Menschenobhut vermehrt.

So gelang im Aquarium Erfurt die Nachzucht des Braungebänderten Bambushaies (Chiloscyllium punctatum) im Dezember 1995 und Januar 1996, also in einer Schlupfperiode (Meyer o. J.). 1995 schlüpften in Rotterdam Arabische Bambushaie (Ch. arabicum) und 1996 im Basler Zoo Schlanke Bambushaie (Ch. indicum). Die "erfolgreichste" Art war jedoch, wie in den Vorjahren, der Weißgefleckte Bambushai (Ch. plagiosum). So schlüpften 1995 in den Aquarienhäusern von Columbus, San Antonio, San Diego, Tacoma (alle USA) und HongKong insgesamt 53 Junghaie. Ein Jahr später waren es in den genannten Institutionen und in Orlando, Florida, insgesamt 224 Junghaie, davon allein 104 in Orlando. Die Rekordzahl von 1993 und 1994 wird zwar damit nicht erreicht, dennoch ist dieses Ergebnis beeindruckend, wobei man ebenfalls bedenken muß, daß nicht alle diese Tiere überleben. Weiterhin stellt sich natürlich die Frage was mit all diesen Haien geschieht, denn auch in den großen amerikanischen und japanischen Schauaquarien dürfte irgendwann nicht mehr genügend Platz sein. Da rund um die Ozeane der Welt immer noch neue Aquarienhäuser entstehen, ist hier eine entsprechende Nachfrage vorhanden. So werden z. B. in der relativ neuen Marine World Africa USA in Vallejo, Kalifornien, allein 36 Bambushaie in drei verschiedenen Arten (in einem einzigen Becken) gehalten (Demetrios & Denardo 1995).

Der Schwarzfleckige Bambushai (Hemiscyllium ocellatum), der auch unter den Namen Epaulettenhai bekannt ist, konnte 1996 in Orlando, San Diego und in Sydney in geringer Stückzahl vermehrt werden. Eine Art die als Hemiscyllium punctatum bezeichnet wird, wurde in beiden Berichtsjahren in den Einrichtungen von Minneapolis, Orlando, San Diego, Fort Wayne und in Hongkong gezüchtet. Um welche Art es sich dabei handelt ist jedoch unklar, da weder Compagno (1984) noch Steuben & Krefft (1989) diese Art in der Gattung Hemiscyllium führen und dieser Name auch nicht als ungültiges Synonym existiert. Ob es sich um eine Verwechslung oder einen Schreibfehler mit bzw. für Chiloscyllium punctatum handelt, muß vorerst offen bleiben.

Scyliorhinidae:
Nach wie vor werden die meisten Arten aus der Familie der Katzenhaie nachgezogen. Nur in geringen Stückzahlen aber in beiden Berichtsjahren konnte in Hongkong der Phillipinische Katzenhai (Atelomycterus marmoratus) zur Nachzucht gebracht werden. In den USA konnte erneut der Ostpazifische Schwellhai (Cephaloscyllium ventricosum) vermehrt werden. Nur in Einzeltieren, aber immerhin, gelang in Hongkong die Nachzucht der, von den südafrikanischen Küsten stammenden, Arten Haploblepharus edwardsii (1995) und H. pictus (1996), wobei der Junghai von H. edwardsii allerdings nicht überlebte. Fast schon überflüßig zu erwähnen sind die Nachzuchten des Kleingefleckten Katzenhaies (Scyliorhinus canicula) in einigen europäischen Institutionen. Wobei z. B. im Aquazoo Düsseldorf mittlerweile (Stand Februar 1999) diese Art in der achten Generation vermehrt wird (mündl. Mitt Bosch).

Bei Scyliorhinus retifer gelang die Nachzucht nur 1996 in den USA, bei S. tokubee im gleichen Jahr nur in Japan. Der Großgefleckte Katzenhai (S. stellaris) konnte 1996 nur in Monaco vermehrt werden. Vom Wolkigen Katzenhai (S. torazamae) konnten in japanischen Aquarien über 130 Jungfische in beiden Jahren aufgezogen werden. Außerhalb Japan gelang die Vermehrung dieser Art nur im Aquarium des Zoo Berlins (West). Leider überlebten die Jungfische nicht.

Carcharhinidae:
Wie in den Vorjahren konnte in San Diego und in Hongkong der SchwarzspitzenRiffhai (Carcharhinus melanopterus) zur Vermehrung gebracht werden. In denselben Einrichungen wurde auch erneut der WeißspitzenRiffhai (Triaenodon obesus) gezüchtet.

Sphyrnidae:
Sogar Hammerhaie werden mittlerweile in Aquarien zur Nachzucht gebracht. Im Aquarium von Columbus, USA, wurden 1995 sieben und 1996 vier Schaufelnasen-Hammerhaie (Sphyrna tiburo) geboren.

Triakidae:
Im japanischen Shimoda Aquarium wurden 1996 51 Glatthaie der Art Triakis scyllium geboren, allerdings überlebten davon 34 Junghaie nicht.

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© Deutsche Elasmobranchier Gesellschaft (D. E. G.) e. V., Hamburg 1999